Mondfotografie planen mit PhotoPills
- kolb-telieps
- 12. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Mit der richtigen Planung wird die Mondfotografie deutlich einfacher – und die schönsten Momente lassen sich gezielt vorausberechnen.
Ob warme Mondfarben beim Aufgang, die Größenwirkung eines Supermonds, die rötliche Färbung einer Mondfinsternis oder geologische Farbunterschiede auf der Mondoberfläche – all diese Momente lassen sich vorab berechnen. Planungsapps wie PhotoPills oder PlanIt Pro zeigen dir schon zuhause, wann und wo der Mond sichtbar ist und welche Bedingungen du erwarten kannst.
Gerade wenn du den Mond exakt über einem Turm, Berggipfel oder anderen markanten Motiven platzieren möchtest, ist eine präzise Vorbereitung entscheidend. Spontan gelingt das nur selten. Mit PhotoPills kannst du im Voraus prüfen, ob der Mond die gewünschte Position trifft und zu welcher Uhrzeit die Aufnahme am besten gelingt. Ein Beispiel siehst du hier: Der Mond über der Burg Hohenzollern.

1. Welche Mondmotive sich gut planen lassen
Je nachdem, was du fotografieren möchtest, brauchst du unterschiedliche Planungsparameter. Besonders gut lassen sich folgende Szenarien vorbereiten:
Tief stehender Horizontmond für warme Farben und große Mondscheiben,
Supermond-Kompositionen, bei denen Brennweite und Standort die Mondgröße bestimmen,
Finsternisse, bei denen Eintrittszeiten und Mondhöhe entscheidend sind,
Mond über markanten Motiven wie Türmen, Hügeln oder Berggipfeln.
Wer die physikalischen Hintergründe der Mondfarben und die fotografische Umsetzung genauer verstehen möchte, findet im aktuellen YouTube-Video eine ausführliche Erklärung. Im Blog konzentrieren wir uns darauf, wie man diese Situationen gezielt planen kann. Im Blog konzentrieren wir uns darauf, wie man diese Situationen gezielt planen kann.
Planung in PhotoPills – Schritt für Schritt
2.1 Mondphase und Datum wählen
Ich gehe über „Pills“ in das Menü „Mond“, scrolle nach unten und kann dort die gewünschte Mondphase auswählen. Ich entscheide mich für den Vollmond am 05.12.2025, einen Supermond.
Wenn ich den 05.12. antippe, sehe ich oben, dass der Mond an diesem Tag um 15:59 Uhr aufgeht, ungefähr zu Sonnenuntergang in der Endphase der goldenen Stunde. Das passt gut für einen goldenen Mond über einer noch relativ hellen Landschaft. In den Einstellungen rechts oben gebe ich dieses Datum und die Uhrzeit ein. Mit „Fertig“ geht es zurück zum Mond, von dort wiederum über „Fertig“ zum nächsten Bildschirm und dann mit "Zurück" zu den Pills.

2.2 Standort setzen
Ich möchte den Mondaufgang über der Okertalsperre fotografieren. Deshalb öffne ich den Planer, verschiebe die Karte, bis ich zur Okertalsperre komme. Zwischendurch zoome ich mit den Fingern aus und ein. Durch längeres Halten eines Fingers auf die gewünschte Location erscheint die rote Nadel dort. Das ist mein grober Standort.
In der oberen Menüzeile scrolle ich bis zu Sonne und Mond. In Richtung der hellblauen Linie wird der Mond aufgehen. Ich kann jetzt prüfen, ob mir diese Konstellation gefällt oder ob ich sie ändern will (s. linkes Bild unten).
Wenn dir keine blauen Linien angezeigt werden, tippe rechts unten auf das Ebenenzeichen. Damit gelangst du in die Karteneinstellungen und kannst überprüfen, ob der Mond sichtbar ist. Das Auge darf nicht durchgestrichen sein.
2.3 Mondbahn und Zeitpunkt prüfen
Die Zeitleiste unten kannst du mit dem Finger auf dem blauen Punkt verschieben. Normalerweise zeigt sie 24 Stunden. Für eine exaktere Einstellung kannst du den Finger lange auf der Zeitleiste halten, was bewirkt, dass sie nur noch 1 Stunde anzeigt.
Wische in der oberen Menüleiste nach links, bis die die Nadeln angezeigt werden (mittleres Bild unten). Dort siehst du neben den Nadeln auch den Höhenunterschied zwischen Motiv und Standort. Ist der Unterschied negativ, siehst du den Mond nicht. Hier entscheidest du außerdem, wann deine geplante Szene am besten passt: z. B. tiefer Horizontmond für warme Farben oder höherer Mond für neutrale Details.
2.4 Vordergrundmotiv ins Spiel bringen
Sobald der grobe Zeitpunkt passt, kommt das Motiv dazu. Ich tippe in der oberen Menüleiste auf die Nadeln. In der Folge erscheint irgendwo auf dem Bildschirm die schwarze Nadel. Damit markiere ich das Motiv. Die Linie zwischen der roten und der schwarzen Nadel zeigt die Ausrichtung der Kamera (rechtes Bild unten).
Ich will den Mondaufgang fotografieren. Also setze ich die schwarze Nadel auf die hellblaue Linie. In der oberen Menüleiste finde ich nun eine interessante Information: die Höhe des Mondes über der schwarzen Nadel. Sie ist negativ. Also werde ich den Mond direkt beim Aufgang noch nicht sehen können.
Deshalb verschiebe ich die Zeitlinie unter dem blauen Punkt in der unteren Zeitleiste, bis die Höhe größer Null ist. Jetzt ist auch eine schmalere blaue Linie aufgetaucht. Sie gibt mir die Richtung an, in welcher der Mond zu der Zeit steht, wann ich ihn fotografieren kann. Ist die schmale, blaue Linie gestrichelt, verdeckt der Vordergrund das Motiv. Deshalb achte darauf, dass sie durchgezogen ist. Auch die schwarze Nadel justiere ich noch etwas nach, bis alles passt. Gegen 17 Uhr werde ich den Mond fotografieren können.

Großer Supermond
Beim obigen Beispiel hatte ich mir vorher einen Standort sowie einen Zeitpunkt ausgesucht, um dann die Richtung des Mondaufgangs mit PhotoPills zu planen. In der Praxis kommt es aber auch vor, dass wir uns einen Vordergrund aussuchen und den Mond darüber in einer bestimmten Größe fotografieren wollen. In diesem Fall wünsche ich mir einen 10 m-großen Mond. Ich möchte ihn über dem Hamburger Wappen in Timmenrode im Harz fotografieren und zwar am 05.12.2025.
Bevor ich starte, ein kurzer Blick auf die Brennweite: Sie bestimmt nicht nur den Bildausschnitt, sondern auch die scheinbare Größe des Mondes. Als Faustregel hat sich für die Landschaftsfotografie bewährt: Brennweite in mm ≈ 100 × Abstand in km.
Wähle in PhotoPills in den Pills „Sichtfeld“. Dort kannst du deine Kamera, Brennweite und Bildausrichtung eingeben.

3.1 Motiv und Mondrichtung
Zurück im Planer, tippe ich in der über der Karte eingeblendeten Leiste auf den Pfeil mit der Doppelspitze. In dem sich öffnenden Menü kann ich 10 m eingeben. Die Folge ist, dass die schwarze Nadel mit einem Kreis umgeben wird. Wenn ich auf diesem Kreis stehe, hat der Mond auf dem Foto einen Durchmesser von 10 m.
Jetzt müsste eigentlich die schwarze Motiv-Nadel auf das Hamburger Wappen und ich müsste durch Ausprobieren einen Standort für die rote Nadel finden. Das ist etwas mühselig. Deshalb schlägt PhotoPills vor, zunächst die rote Nadel auf das Motiv, hier das Hamburger Wappen zu setzen. Die schwarze Nadel kann dann auf der gestrichelten Verlängerung der hellblauen Linie platziert werden. So habe ich einen passenden Standort in der Nähe von Wienrode gefunden. Anschließend werden die Nadeln durch Antippen des Symbols mit den zwei gebogenen Pfeilen unten in die korrekte Position gebracht.

Eine kleine Einschränkung gibt es nun doch. Der Mond wird erst 5 Minuten nach Aufgang über dem Hamburger Wappen erscheinen. Deshalb muss ich meinen Standort leicht anpassen. Immerhin ist ein Foto möglich, was in natürlichen Umgebungen nicht immer der Fall ist. Dafür muss ich mich auf einen Feldweg in der Nähe der Harzstraße in Wienrode begeben.
4. Abschluss und Einladung weiterzulernen
Wenn du solche Planungen selbst sicher anwenden möchtest – vom präzisen Arbeiten in PhotoPills bis zur Umsetzung vor Ort – dann könnten meine Fotokurse eine gute Ergänzung für dich sein. Dort zeige ich Schritt für Schritt, wie ich Motive auswähle, die passenden Standorte finde und wie du sowohl Tages- als auch Nachtaufnahmen verlässlich vorbereitest.
Eine Übersicht aller aktuellen Kurse findest du hier:
Nachtrag vom 05.12.2025
Ich bin am 05. Dezember tatsächlich nach Wienrode gefahren. Doch was fand ich vor? Das Hamburger Wappen war vom gewählten Standort perfekt zu sehen. Allerdings verhinderten Schleierwolken beim Mondaufgang die Sicht. Erst als er höher gestiegen war, ließ er sich etwas blicken. Solche Situationen gibt es immer wieder. Da hilft auch keine App.


Wenn du sehen möchtest, wie ich ein komplettes Fotoprojekt von der Planung bis zur Aufnahme durchführe – inklusive Standortwahl, Lichtbewertung und RAW-Entwicklung –, dann habe ich dazu ein kompaktes PDF erstellt. Es steht exklusiv Newsletter-Abonnenten und -Abonnentinnen zur Verfügung.



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